Warum ich Entwickler geworden bin

Beinahe ausschließlich jeder in meinem Bekanntenkreis ist der festen Ansicht, dass mein Job darin besteht, tagtäglich nicht mehr funktionierende PCs zu reparieren und wieder verkehrstüchtig zu machen.Deswegen antworte ich auf die Frage, was ich denn beruflich mache grundsätzlich , dass ich Entwickler bin, denn alles andere hat unweigerlich eine Antwort der folgenden Art zur Folge:

„Ach, super, ich hab da ein Problem mit meinem PC, nämlich…“

Erstaunlicherweise besteht mein Job nicht darin, PCs zu reparieren, ganz und gar nicht.

Ich löse Probleme, und zwar die Probleme meiner Kunden. Das Schöne dabei ist, ich löse die Probleme nicht nur, sondern ich löse diese Probleme elegant.

Am interessantesten dabei ist allerdings, dass viele Kunden oft gar nicht genau wissen, für welches Problem eine Lösung gefunden werden muss. Der Job eines Entwicklers besteht darin, durch Kommunikation, Fragen, Analysen so lange nachzubohren, bis man zum Kern der Problemstellung vorgestossen ist.

Ein Beispiel:

Der Kunde wünscht sich, dass tagtägliche Excel-Reports von Einkäufen in einem Online-Shop generiert und per E-Mail an einen Verteiler geschickt werden sollen.

Entwickler A setzt sich hin,  implementiert das Ganze in 1-2 Tagen und stellt anschließend die Rechnung.

Entwickler B fragt, warum dieser Export gebraucht wird. Es stellt sich heraus, dass aus diesen Excel-Sheets manuell Statistiken für die Geschäftsführer-Ebene erstellt werden. Der Kern des Problems ist also nicht, einen einfachen Report zu generieren, sondern das eigentliche Problem, dass es zu Lösen gilt ist, wie man von manuellen Prozessen weg kommt und die Reports direkt aus den täglichen Einkäufen generieren kann.

In diesem einfachen Beispiel lässt sich ein echter Mehrwert für den Kunden generieren, wenn man nur versucht, zu verstehen, was gebraucht wird.

Mein Lieblingssatz (der schon x-fach zitiert wurde) ist von Henry Ford:

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie sich schnellere Pferde gewünscht“.

Das bedeutet nicht, dass wir als Softwareentwickler nicht das tun sollen, was die Kunden möchten. Ganz und gar nicht, aber es ist mein Job, für das Geld was mir bezahlt wird die bestmögliche Lösung zu finden, auch für Probleme die vielleicht erst noch identifiziert werden müssen.

Und genau aus diesem Grund bin ich Softwareentwickler.

 

 

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2 Gedanken zu „Warum ich Entwickler geworden bin

  1. Lenny

    Meistens ist es komplexer, aber so sieht der Unterschied zwischen Programmierer (Entwickler A) und einem Software-Entwickler/-Engineer (B) aus 😉

    Antwort

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